Kurzbeobachtung vom 7.1.2003

Instrumentarium: - 8" f/6 Meade Starfinder mit 40mm, 25mm,12,4mm und  6,4mm Okularen + UHC-Filter
                                 
Beobachtungsort:
Land Brandenburg auf 52°19' n.B. - 50m über Meereshöhe

Bedingungen: Anfangs ziemlich guter Himmel - im Süden und Osten viele Wolken Richtung Horizont. Der Mond störte bis etwa 21.15h, dann erreichte der Himmel kurzfristig 6m5 bevor Schleierwolken den Himmel komplett verdeckten. Temperatur -16°C auf dem, mit einer dicken Schneeschicht bedeckten Feld.


Beobachtung:

Zeit: 20.30 Uhr - 21.45 Uhr

Da schon seit Wochen keine sinnvollen Himmelsbeobachtungen möglich waren, und nach der letzten kurzen Beobachtung die schon kurz nach Beginn von Wolken beendet wurde, war ich hocherfreut über den herrlichen Himmel am Abend. Aber die vielen aufziehenden Wolken ließen auf ein nur kurzes Vergnügen hoffen. Mit meinem Beobachtungsprogramm war ich sowieso hoffnungslos in Verzug mit meinen Herbstobjekten im Cetus und Fornax. So wie ich das sehe wird das in dieser Wintersaison nichts mehr. Zum Glück habe ich ja immer ein paar Kartensätze für alle Eventualitäten dabei.

Der Komet C2002/V1 (Neat)

Das Zielobjekt senkte sich bei meiner Ankunft auf dem Feld schon dem Westhorizont entgegen - zudem störte der Nahe Mond auch etwas. Ich hatte mir nicht einmal eine Karte zur Suche ausgedruckt, wobei vorherige Berichte ein eher schwaches Objekt erwarten ließen. Ein Risiko? Ich rührte vom Stern Gamma Pegasi ausgehend gut eine 1/4 Stunde in Richtung Pisces herum, jedoch ohne Erfolg. Kurz bevor ich das Objekt aufgeben wollte, noch ein letzter Versuch ....und als ich ins Okular schaute, stand tatsächlich ein heller Nebel im Okular. Eindeutig V1 Neat! Trotz nur 25° Mondabstand war der Nebel sehr deutlich, auf über 10' Fläche verteilt, und damit deutlich flächiger als Kudo-Fujikawa, aber zeigte im Gegensatz zu diesem nicht so einen hellen Kern. Der Schweifansatz der nahezu in Nordrichtung zeigte, war bei 50x und indirektem Sehen zu erkennen, aber mehr Einzelheiten kamen nicht zum Vorschein. Der Nebel war auch schwach im Sucher zu erkennen.

Von der Flucht vor den Cirruswolken

*Ganz wollte ich den Cetus nicht aufgeben - zumindest ein kleiner Teil stand noch über den Wolken*

NGC 720 (Gx) (Cet) 10,2mag

Bei 50x schon direkt sichtbar trotz Mond am Himmel. Recht heller aber recht kleiner Nebel mit erkennbarem Zentrum. Bei 98x erkennt man die länglich-ovale Form recht gut. Ich habe die Elongation auf 2,5:1 geschätzt.

NGC 681 (Gx) (Cet) 12,0mag

Mit 98x ziemlich schwaches Objekt. Kaum kleiner als NGC 720. Aufgrund aufkommender Wolken jedoch nicht mehr gut beobachtbar.

*Die Wolken vertreiben mich weiter Richtung Zenit. Jupiter am Osthorizont scheint schon ganz matt durch die hochnebelartigen Wolken die immer weiter aufziehen. Ich entscheide mich für das Triangulum, das mir noch ein paar schöne Minuten nach Monduntergang bescheren sollte*

NGC 672 (Gx) (Tri) 10,9mag

Nicht besonders hell aber mit fortschreitender Adaption ein sehr schöner Anblick. Sehr langgestreckter Nebel mit länglichem recht hellem Zentralgebiet. Bei 98x knapp mit direkter Sicht zu sehen. Lohnendes Objekt!

IC 1727 (Gx) (Tri) 10,9mag

Im Feld mit NGC 672. Sehr schwaches Objekt. Nur mit indirektem Sehen nach einiger Zeit gut erkennbar. Die Galaxie "zeigt" von NGC 672 weg auf einen 11mag-Stern zu. Visuell ist nur etwa die Hälfte der auf meiner Karte eingezeichneten Größe zu erkennen - also etwa 3-4' Länge. Dabei zeigt sich eine sehr schwache unregelmäßige Zentrale Aufhellung, die in Richtung der NGC-Galaxie diffus ausfaded, während sie in Richtung des hellen Sternes ihren hellsten Teil zeigt, und dann recht abrupt endet.  

Cr 21 (Oc) (Tri) 8,2mag

Ein netter heller Sternhaufen. Sieht aus wie ein auf der Seite liegender Luftballon oder eine Art Atompilz. Ich konnte bei 50x 13-14 Sterne zählen - darunter den netten Doppelstern STF 172 mit 2 gleichhellen 10mag Sternen in 17,8" Distanz, die leicht bei 50x getrennt waren, und dem ohnehin hübschen Haufen einen weiteren Akzent gaben.

NGC 684 (Gx) (Tri) 12,4mag

Sehr schwaches Objekt der NGC 672-Gruppe. Bei 98x schwach sichtbar in einem ziemlich sternarmen Umfeld. Obwohl die Galaxie in Kantenlage ist, konnte ich kaum eine Elongation wahrnehmen. 

Dann war es auch wieder vorbei mit der Beobachtung und die Wolken suchten den gesamten Himmel heim. Ziemlich frustrierend, wo es doch gerade anfing Spass zu machen. Alles was mir blieb, war Jupiter, den ich durch die dünnen Wolken noch halbwegs erkennen konnte. Ein paar Wolkenwirbel in der Atmosphäre konnte ich mit 190x noch ausmachen, und dann ging es wieder heimwärts.

Clear Skies
Matthias


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