Beobachtungsnacht vom 4.4.2005

Instrumentarium: - 8" f/6 MEADE Starfinder EQ
                                 
Beobachtungsort:
Mittelmark/Brandenburg 52°19' n.B - 50m Meereshöhe

Bedingungen: Die vierte Beobachtungsnacht in Folge! Am Tag zogen immer dichtere Cirruswolken über den Himmel, die eigentlich den Wetterumschwung ankündigen. Doch nach Ende der Dämmerung war der Himmel vollständig aufgeklart, und trotz Beobachtung ins Ortsrandlage bestimmte ich die Grenzgröße in UMi zu 6m5. Das ganze bei 3°C Lufttemperatur und schwachem Wind.


Beobachtung:

Zeit: 00.45 Uhr - 02.30 Uhr MESZ

Nach 3 durchgemachten Nächte, hatte ich heute mal keine Lust, raus aufs Feld zu fahren, und so wurde gemütlich aus dem Garten beobachtet.

Galaxien an der westlichen Peripherie des Coma-Haufens

Da die Bedingungen zwar gut, aber nicht so gut waren, dass ich weiter um die vielen schwachen Begleitgalaxien von NGC 4874 und NGC 4884 kämpfen wollte, entschied ich mich für einige Galaxie am Westrand des Haufens.

NGC 4841A (Gx) (Com) 13,1mag

Die Doppelgalaxie ist schon bei 50x einfach als 1 Objekt zu erkennen. Bei 126x gelingt die Trennung ebenfalls nur ansatzweise, aber dafür ist das Objekt nun direkt sichtbar. Erst bei 191x wird die Trennung der beiden Galaxien deutlich. Beide Objekte erscheinen oval. NGC 4841A ist die Westliche, der beiden Galaxien, und deutlich größer sowie einen Tick heller. Zudem zeigt die Galaxie deutlich ihren Kern.

NGC 4841B (Gx) (Com) 13,0mag

Die Doppelgalaxie ist schon bei 50x einfach als 1 Objekt zu erkennen. Bei 126x gelingt die Trennung ebenfalls nur ansatzweise, aber dafür ist das Objekt nun direkt sichtbar. Erst bei 191x wird die Trennung der beiden Galaxien deutlich. Beide Objekte erscheinen oval. NGC 4841B ist der kleinere, etwas schwächere Begleiter. Der Nebel erscheint weitestgehend diffus.

NGC 4848 (Gx) (Com) 13,7mag

Ein sehr schwaches Objekt, das immerhin nach einiger Beobachtung indirekt dauerhaft zu halten ist. Der Nebel zeigt sich leicht länglich mit einer Elongation von 2:1, wobei die zentrale Aufhellung wenn überhaupt, dann nur schwach sichtbar ist.

NGC 4816 (Gx) (Com) 12,9mag

NGC 4816 zählt zu den helleren Galaxien im Coma-Haufen. Bereits bei 50x kann man einen matten Schimmer erspähen. Ab 126x zeichnet sich der ovale und recht ausgedehnte Nebel dann deutlich ab. Das Zentralgebiet ist nur schwach aufgehellt.

NGC 4807 (Gx) (Com) 13,5mag

Diese Galaxie erscheint bei 126x ziemlich schwach, und tritt erst nach einiger Beobachtung indirekt deutlicher hervor. Es zeigt sich ein ovaler Nebel mit leicht betontem Zentrum. In der Nähe findet sich ein schwacher Stern.

NGC 4797 (Gx) (Com) 13,2mag

Die Galaxie erscheint etwas kleiner, aber deutlicher als das Nachbarobjekt NGC 4807. Bereits bei 50x gelingt die Sichtung indirekt. Bei 126x ist das Objekt zwar schwach, aber insgesamt doch einfach wahrnehmbar. Das aufgehellte Zentrum sticht deutlich aus dem kleinen Halo heraus. 

NGC 4788 (Gx) (Com) 14,5mag

Ein schwieriges Objekt, nur 80" östlich eines 11m-Sterns, der das Auffinden erleichtert, aber die Beobachtung etwas stört. Erst bei 191x gelingt es indirekt zu 30-40% der Zeit, einen sehr schwachen, elongierten Nebel, geringer Ausdehnung zu erkennen.

NGC 4789 (Gx) (Com) 12,1mag

Bei 12m1 vermutet man ein leichtes Objekt. NGC 4789 wäre vermutlich auch nicht all zu schwierig, würde sich die Galaxie nicht direkt neben einem 10m-Stern verstecken. Bei 126x ist zunächst gar nichts erkennbar. Erst nach einiger Zeit zeigt sich ein sehr schwacher Nebel, wie ein Geist um den Stern herum. Erst mit 191x gelingt es einen deutlichen Eindruck zu gewinnen. Allerdings ist das Bild nun so dunkel, daß nur noch der Kern der Galaxie erkennbar ist, und der Anblick wie ein eigentümlicher Doppelstern mit einer Nebelkomponente anmutet.

NGC 4839 (Gx) (Com) 12,0mag

Eine der hellsten und größten Galaxien des Coma-Haufens. Bei 50x erscheint der Nebel in Nachbarschaft eines helleren Sterns recht einfach, auch wenn das Objekt nicht ins Auge sticht. Bei 126x ist das flächige, elongierte Zentralgebiet direkt zu sehen. Der Halo ist recht ausgedehnt, im Verhältnis von 3:1 elongiert, und vergleichsweise schwach.

Dann warf ich noch einen Blick auf die eigentliche Hauptattraktion dieser Beobachtungsnacht. Der Mond Io sollte auf Jupiter seinen eigenen Schatten zu einem großen Teil verdecken. Leider war das Seeing nicht so berauschend, und die Müdigkeit schlug sich wohl auch langsam nieder. Zumindest konnte ich einen sichelförmigen Schatten erkennen. Trotzdem war es eine schöne Beobachtungsnacht, und der Abschluss einer sehr erfolgreichen Serie von Nächten.

Clear skies
Matthias


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