Beobachtungsnacht vom 14/15.4.2004

Instrumentarium: - 8" f/6 MEADE Starfinder EQ
                                 
Beobachtungsort:
Mittelmark/Brandenburg 52°19' n.B - 50m Meereshöhe

Bedingungen: Es war eine der wenigen Nächte im Jahr, die wirklich perfekt ist. Die schon recht kräftige Frühlingssonne hatte am Tage die Feuchtigkeit weitestgehend weggebraten - die relativ Luftfeuchtigkeit war dabei unter 30% gesunken. Gleichzeitig lagen die letzten Regenfälle ja erst 2 Tage zurück, und der doch recht kräftige Pollenflug trat überhaupt nicht in Erscheinung. Die Grenzgröße in Ursa Minor lag bei 6m7 - im Zenit und Südwestteil meines Himmels war es sicher noch etwas mehr. Die Horizontsicht war außerordentlich gut, und mit etwas Konzentration konnte ich auch Alpha Antilae (4m2) bei -31° Deklination mit bloßem Auge erkennen. Dazu war es fast windstill, und meine eigene Konstitution war auch ziemlich gut. Wenn man dann noch in Betracht zieht, das die Beobachtungen minutiös geplant wurden, so konnte ich doch auf eine erfolgreiche Beobachtungsnacht hoffen.


Beobachtung:

Zeit: 22.00 Uhr - 01.00 Uhr MESZ

Diese Nacht begann echt tierisch. Schon auf der Hinfahrt habe ich im Kegel des Scheinwerfers einige Hasen und etwas Dammwild über die Straße laufen gesehen - zum Glück in einigem Abstand. Während ich die Säule aufbaute, und nebenbei den tollen Sternenhimmel bewunderte klang dann aus dem benachbarten Wald ein wildes quieken und grunzen. Ich hielt kurz inne - dann wurde es wieder ruhig. Nun endlich war der Himmel mein. Ich begann sofort nach Dämmerungsende, gen Horizont abzutauchen.

Der Hydra 1 Galaxy Cluster (Abell 1060)

Abell 1060 ist für Beobachter vor allem aufgrund seiner Nähe ein sehr interessantes Beobachtungsobjekt - nur 160 Millionen Lj trennen uns von ihm. Für Mitteleuropa steigt der Haufen leider nur etwa 10-15° über den Horizont, und man braucht schon eine sehr transparente Nacht und einige Zoll Öffnung, um überhaupt etwas ausrichten zu können, obwohl theoretisch die hellsten Mitglieder bereits mit 3-4 Zoll auszumachen wären. Ich hatte bereits einen erfolglosen Versuch der Beobachtung dieser Galaxiengruppe am 12.4 hinter mir. Die Horizontsicht war nicht optimal, und wegen aufziehender Wolken musste ich beobachten, obwohl die Dämmerung noch nicht ganz abgeschlossen war. Letztlich war absolut nichts auszurichten. Heute waren die Bedingungen erheblich besser, und schließlich wurde meine Hartnäckigkeit mit Erfolg belohnt...

NGC 3311 (Gx) (Hya) 11,6mag

Im Zentrum von Abell 1060. Formt zusammen mit NGC 3309 einen enges Galaxienpaar in 1,7' Distanz. Beide Galaxien sind bei 50x bereits schwach in direkt sichtbar. Bei 126x erscheint das Objekt immer noch recht schwach, aber doch deutlich. NGC 3311 besitzt einen runden, relativ kleinen Halo mit einem hellen Kern.

NGC 3309 (Gx)  (Hya) 11,6mag

Im Zentrum von Abell 1060. Formt zusammen mit NGC 3311 einen enges Galaxienpaar in 1,7' Distanz. NGC 3309 erscheint etwas kleiner als ihr Nachbar, besitzt aber ansonsten eine ähnliche Erscheinung und Helligkeit.

NGC 3312 (Gx) (Hya) 11,9mag

In Abell 1060. Fast zentral zwischen dem 4m9-Stern HR 4162 und dem 6m6-Stern SAO179027 gelegen. NGC 3312 ist auch bei 126x nur sehr schwach indirekt auszumachen. Das kleine Zentrum ist dabei noch am deutlichsten. In guten Momenten blitzt der 3:1 im PW 0° elongierte, ziemlich gleichmäßige Halo auf. Ein knackiges Objekt so tief am Horizont.

NGC 3316 (Gx) (Hya) 12,7mag

In Abell 1060. Überraschend einfach bei 126x anhand einiger 11m-Sterne in der Umgebung herauszuarbeiten. Die Galaxie erscheint als rundlicher Nebelfleck mit hellem, beinahe stellarem Zentrum. Wirkt definitiv heller als 12m7.

NGC 3314 (Gx) (Hya) 12,5mag

In Abell 1060. Relativ schwieriges Objekt knapp 7' östlich des 6m6-Stern SAO179027. 126x zeigt eine ziemlich schwache, etwas elongierte Spindel, die nur indirekt phasenweise aufblitzt.

NGC 3308 (Gx) (Hya) 12,0mag

Nahe dem Zentrum von Abell 1060. Diese eliptische Riesengalaxie erscheint kaum schwächer, als das, den Abell-Cluster dominierende Doppelsystem von NGC 3309/3311. Ein rundlicher, relativ kleiner Nebel mit schwächerer Zentralaufhellung - relativ einfach indirekt bei 126x zu erkennen.

IC 2597 (Gx) (Hya) 12,0mag

In Abell 1060. Eine eher schwache Galaxie, die bei 126x einen rundlichen Halo und ein helleres, fast sternförmiges Zentrum zeigt. Die Galaxie ist eine der wenigen im Feld, die John Herschel bei seinen Beobachtungen am Kap entgangen sind. Das Objekt wurde von Lewis Swift entdeckt.

NGC 3305 (Gx) (Hya) 12,8mag

Nur dank des nahen hellen Paars von Sternen, ist NGC 3305 noch ein gut auffindbares Objekt. Sie erscheint als sehr kleiner, schwacher Nebel mit gleichmäßiger, aber doch noch recht hoher Flächenhelligkeit.

NGC 3285 (Gx) (Hya) 12,1mag

In Abell 1060, obwohl die Galaxie bereits gut 40' westlich des Zentrums dieses Galaxienhaufens zu finden ist. Einfach etwa 7' südlich des 7m4-Sterns SAO 178978 zu finden. Ein deutlicher, 3:1 elongierter Nebel mit relativ schwachem, flächigem Zentrum.

*Bis auf NGC 3307 konnte ich damit alle Galaxien im Zentrum des Haufens erhaschen, die John Herschel in der Nacht des 30.3.1835 entdeckte. Dafür ist mir eine IC-Galaxie ins Netz gegangen, die Herschel übersah. Sie wurde erst später von Lewis Swift entdeckt.*

Auf zu den südlichen Galaxien im Crater

Nachdem sich Abell 1060 langsam dem Horizont entgegen senkte, setzte ich meine Reise durch die Galaxien weit südlich des Himmelsäquators an der Grenze der Sternbilder Crater und Hydra fort. Neben wenigen hellen Objekten, lauern hier auch etliche schwache Galaxien, die wohl bei einer Höhe von nur 15° über dem Horizont in einer durchschnittlichen Frühlingsnacht unsichtbar bleiben würden.

NGC 3511 (Gx) (Cra) 10,8mag

Die hellere Galaxie eines schönen Paares zusammen mit NGC 3513 knapp 11' südlich. Zwischen den beiden Galaxien befindet sich in sehr schönem Kontrast der 10m5-Stern SAO 179479. Die Galaxie selbst ist bei 126x knapp direkt sichtbar, und erscheint als 3:1 elongierte Nebelwolke mit recht hoher Flächenhelligkeit über die gesamte Fläche des Halos.

NGC 3513 (Gx) (Cra) 11,1mag

Sehr schönes Paar zusammen mit NGC 3511. Mit indirekter Sicht ist deutlich und dauerhaft ein mittelkleiner, rund-ovaler Nebel erkennbar. Der 10m5-Stern SAO 179479 befindet sich 6' nordwestlich.

*Unter südlichen Himmel sollten in beiden Galaxien bereits Details der Spiralstruktur sichtbar sein!*

NGC 3597 (Gx) (Cra) 12,7mag

NGC 3597 ist eine recht schwache Galaxie mit ungewöhnlicher, visueller Erscheinung. Auf den ersten Blick ist an der Position nur ein Stern oder ein sehr helles, stellares Zentrum zu erkennen. Mit indirekter Sicht blinkt um ihn herum ein rund-ovaler Nebel auf, der bei direkter Sicht sofort wieder verschwindet. Also in der Tat eine "blinkende Galaxie".

ESO 570-12 (Oc?) (Cra)

Dieses Objekt, das visuell eher einer länglichen Sternkette, als einem Sternhaufen gleicht, besteht aus insgesamt 11 locker angeordneten Sternen - darunter befinden sich auch 6 ziemlich helle. 4 der Sterne bilden ein nette Rautenförmige Figur.

NGC 3565 = NGC 3566 (Gx) (Cra) 14,6mag

Diese Galaxie findet sich etwa zentrisch zwischen zwei 12m-Sternen. Es handelt sich um ein winziges, ziemlich schwaches Objekt. Nichts desto trotz ist die Galaxie für die visuelle Helligkeit von 14,6mag noch ziemlich gut erkennbar.

Die eventuelle Identität der Galaxie mit NGC 3566 geht auf eine Wiederentdeckung der Galaxie durch O. Stone zurück. Kurioser Weise ist Stone auch der Erstentdecker! Die Ursache hierfür ist möglicherweise bei den normaler Weise ziemlich ungenauen Positionsangaben von Stone zu suchen.

NGC 3529 = IC 2625 (Gx) (Cra) 13,1mag

Die schwächere Galaxie des Paares zusammen mit NGC 3528. Indirekt ist ein schwacher, rundlich-diffuser Nebel auszumachen, der nur erkennbar ist, wenn die Nachbargalaxie NGC 3528 deutlich zu halten ist.

Die Bezeichnung IC 2625 geht auf eine unabhängige Wiederentdeckung der Galaxie durch Lewis Swift zurück.

NGC 3497 = NGC 3525 = NGC 3528 = IC 2624 (Gx) (Cra) 11,6mag

Diese Galaxie stellt das hellere Objekt eines sehr schwaches Paares, zusammen mit NGC 3529 etwa 5' südlich dar. Sie erscheint als 2,5:1 elongierter, relativ schwacher Nebel, mit mäßiger Zentralaufhellung.
Die Galaxie hält noch einen ganz besonderen Rekord. Sie ist wohl das Objekt aus dem NGC/IC-Katalog mit den meisten Identifikationen. Die Erstentdeckung geht auf William Herschel zurück, der NGC 3528 am 8. März 1790 entdeckte.

Die Bezeichnung NGC 3497 wurde dem NGC durch die Wiederbeobachtung der Galaxie durch John Herschel am Kap hinzugefügt. Herschel entdeckte auch die Nachbargalaxie NGC 3529.

Die nächste Identität NGC 3525 geht auf O. Stone zurück, der die Galaxie ebenfalls unabhängig von den beiden Herschels beobachtete.

Schließlich fand der Nebel durch die erneute Wiederbeobachtung durch Lewis Swift auch seinen Weg in den IC-Katalog (= IC 2624). Zudem entdeckte Swift auch gleich die, bereits von J. Herschel gesehene Nachbargalaxie NGC 3529 = IC 2625 noch einmal. Alles in allem also eine reichlichst mit diversen Identitäten ausgestattet Galaxie.

NGC 3514 (Gx) (Cra) 12,8mag

Die Galaxie NGC 3514 zeigt sich bei 126x als ziemlich schwacher, 1,5:1 elongierter Nebel mit recht geringer Flächenhelligkeit. Trotzdem ist das Objekt aufgrund seiner markanten Lage zwischen einem kleinen Sterndreieck im Süden und einem 11m5-Stern im Norden einfach auffindbar.

*Nach einem großzügigen Schwenk über den gelblichen Stern Alpha Crateris, der auch den Namen Alkes trägt, überschritt ich die Grenze zur Hydra Richtung Westen.*

NGC 3464 (Gx) (Hya) 12,5mag

Bei 98x zeigt sich hier nur ein sehr schwacher, aber auffällig länglicher Nebel mittlerer Ausdehnung. Im weiteren Umfeld sind erstaunlich viele rötliche und orangefarbene Sterne erkennbar.

NGC 3453 (Gx) (Hya) 13,1mag

Eine weitere, sehr schwache Galaxie im Sternbild Hydra, die erst bei längerer Beobachtung zaghaft indirekt erkennbar ist. Aufgrund der Lichtschwäche ist sie jedoch allenfalls ein rundlich-diffuser Fleck wahrnehmbar.

NGC 3450 (Gx) (Hya) 11,9mag

NGC 3450 ist bereits bei 50x deutlich sichtbar, und fällt beim durchschwenken des Feldes regelrecht auf. Steigerung der Vergrößerung auf 98x zeigt einen recht großen, leicht ovalen Halo ohne ein besonders hervorstechendes Zentrum. Nun fällt auch die geringe Flächenhelligkeit auf, wegen der höhere Vergrößerungen keine besseren visuellen Eindrücke zu Tage fördern.

Galaxien an der Grenze von Corvus und Virgo

Nach einer kurzen Erholungspause, in der ich mich etwas stärkte, ging es weiter in das Frühlingssternbild schlechthin, für Galaxienbeobachter - Virgo. Während es in einer schlechten Frühjahrsnacht schon ab der Region von M49 wegen des Dunstes kritisch werden kann, so stand mir heute die gesamte Fläche des Sternbildes zum Beobachten zur Verfügung. Bei der Vorbereitung war mir eine Kette von Galaxien im südlichen Teil aufgefallen, die sich direkt an der Grenze von Corvus und Virgo entlang schlängelt. M104 war zudem ein einfacher und einladender Startpunkt. Schon bei 50x war das Staubband erkennbar! Nach diesem Highlight gab es zunächst einmal etwas lichtschwächere Kost.

NGC 4680 (Gx) (Vir) 12,8mag

Eine recht deutliche Galaxie, die bei 126x sogar noch knapp direkt zu halten ist. Sie zeigt einen deutlich längliche Zentralbereich in einem schwächeren, ovalen Halo.

NGC 4700 (Gx) (Vir) 12,1mag

NGC 4700 ist ein relativ schwaches Objekt, dessen Sichtbarkeit besonders durch den störendenden 11m7-Stern beeinträchtigt wird. Indirekte Sicht zeigt die Galaxie recht deutlich. Das kleine rundliche Kerngebiet ist von einem deutlich elongierten Halo umgeben.

NGC 4708 (Gx) (Vir) 13,8mag

NGC 4708 wurde von William Herschel am 11.3.1788 entdeckt. Es dauert einige Momente, bis die ersten Photonen mit fortschreitender Adaption durchs Okular tröpfeln. Dann ist mit indirekter Sicht ein blasser, recht kleiner, diffuser Nebel erkennbar. Einige schwache Sterne im Umfeld der Galaxie können bei der Beobachtung irritieren, und erst ab 126x ist die Beobachtung zweifelfrei.

NGC 4802 = NGC 4804 (Gx) (Crv) 11,6mag

Eine weitere W. Herschel-Entdeckung vom 27.3.1786. Visuell ist sofort nachvollziehbar, wieso Herschel hier einen planetarischen Nebel vermutete. Bei 98x und 126x erscheint 11m6-Stern, der etwas asymmetrisch versetzt, in einem relativ deutlichen, ovalen Nebel zu finden ist. Man könnte daher fast einen kleinen Pn mit einem sehr hellen Zentralstern vermuten. Ohne den störenden Stern wäre die Galaxie wohl auch mit direkter Sicht erkennbar. Insgesamt ein sehr schöner Anblick, der auch aus dem dicht benachbarten, aber völlig nebelfreien 9m4-Stern resultiert.

Die zweite NGC-Nummer resultiert aus einer späteren Wiederentdeckung der Galaxie durch Tempel.

NGC 4836 (Gx) (Vir) 13,4mag

4' nördlich des 8m3-Sterns SAO157621 findet sich die schwache Spirale NGC 4836. Bei 126x erscheint sie auch indirekt nur ziemlich schwach und klein. Eine gute Adaption ist zur Sichtung auf jeden Fall notwenig.

NGC 4838 (Gx) (Vir) 13,0mag

NGC 4838 erscheint bei 126x als sehr schwacher Nebel im Gesichtsfeld. Sie zeigt indirekt einen kleinen, rundlichen Halo mit einem deutlich helleren, aber fast stellaren Kern.

NGC 4847 (Gx) (Vir) 14,3mag

Trotz geringer Gesamthelligkeit ist die Galaxie bei 126x und indirekter Sicht recht einfach zu erhaschen. Der diffuse, etwas rund-ovale Halo bildet mit zwei 12m-Sternen im Süden und Westen der Galaxie ein auffälliges Dreieck.

NGC 4855 (Gx) (Vir) 12,9mag

Die Galaxie bildet ein markantes Trapez mir einem Paar von 11m und 12m-Sternen westlich, und einem 13m-Stern im Osten. Der schwache Nebel ist erst nach einiger Zeit indirekt wahrnehmbar. Phasenweise kann man eine leicht unsymmetrische Form vermuten.

NGC 4897 (Gx) (Vir) 12,1mag

Eine insgesamt gut beobachtbare Spirale. Bei 126x ist um das recht helle, fast stellare Zentrum ein ovaler bis barrenförmiger Halo erkennbar. Ein relativ naher Stern, beeinträchtigt die Wahrnehmung etwas.

NGC 4825 (Gx) (Vir) 11,9mag

Wie viele andere Galaxien in der Region, entdeckte Herschel diesen Nebel in der Nacht des 27.3.1786. Die Galaxie ist das hellste Objekt einer kleinen Gruppe, und bei 126x zwar schwach, aber indirekt recht einfach als 2:1 elongierte Spindel auszumachen.

*Von der kleinen Galaxiengruppe ist mir auf den ersten längeren Blick nur NGC 4829 ins Netz gegangen. Die deutlich hellere NGC 4820 hatte ich völlig übersehen.*

NGC 4829 (Gx) (Vir) 14,8mag

Ein sehr schwacher, kleiner Nebelfleck, knapp 2' nördlich eines 12m-Sterns, der als Orientierung dienen kann. Die hohe Flächenhelligkeit deutet sich an, obwohl der rund-ovale Nebel nur zu 50% der Zeit aufblitzt. NGC 4825 befindet sich 5' nordwestlich.

NGC 4899 (Gx) (Vir) 12,2mag

Ein nettes Objekt. 126x zeigt bei indirekter Sicht einen recht großen, relativ schwachen Halo, der im Verhältnis von 3:1 in Nord-Süd-Richtung elongiert ist. Bei genauer Beobachtung erscheint die Südseite des Halos leicht strukturiert, während die Nordseite weitestgehend gleichmäßig verbleibt.

NGC 4862 = IC 3999 (Gx) (Vir) 14,2mag

Bildet ein sehr schwaches Galaxienpaar zusammen mit NGC 4863 7' nordöstlich. NGC 4862 ist dabei das schwächere Objekt des Duos. Sie ist bei 126x außerordentlich schwierig zu beobachten, und kann nur bei leichter Tubusbewegung erkannt werden. Dann blitzt phasenweise ein kleiner, rund-ovaler Nebel auf.

Die Bezeichnung IC 3999 erhielt die Galaxie durch die Wiederentdeckung des Nebels durch Bigourdan.

NGC 4863 (Gx) (Vir) 13,7mag

Die etwas deutlichere Galaxie des schwachen NGC 4862-3 Paares. Mit indirekter Sicht erscheint bei 126x ein kleiner, schwacher Lichtstreif, der im PW 0° elongiert ist. 

NGC 4902 (Gx) (Vir) 10,9mag

Eine interessante Galaxie in sehr markanter Lage. In direkter Nachbarschaft zweier 10m-Sterne ist bereits bei 50x ein recht heller, ovaler Nebel erkennbar. Bei 126x lässt sich der kleine, helle Kern deutlich vom Halo separieren. Indirekt sind nun auch vage die Spiralansätze der Galaxie erkennbar, wobei sich die Windung entgegen des Uhrzeigersinns zu vermuten ist. Die beiden hellen Sterne stören jedoch die Wahrnehmbarkeit dieser feinen Details sehr.

*Und zum Abschluss noch ein Objekt, kurz bevor mir Müdigkeit und Kälte endgültig den Gar ausmachten....*

NGC 4887 (Gx) (Vir) 13,6mag

10' südlich des viel hellere NGC 4902, befindet sich mit NGC 4887 eine Galaxie, die erst nach einiger Beobachtungszeit deutlich als schwacher Nebel hervortritt. Allerdings verbleibt nur ein diffuser Gesamteindruck des rundlichen Nebels.

Ich hätte mich in dieser Nacht zwar noch weiter nach Süden arbeiten können, aber ich war mit dieser Tour bereits mehr als zufrieden, und man sollte daraus auch keinen Kampf machen. So blieben mir noch einige Stunden Schlaf nach dieser sagenhaften Nacht. Mehr davon wünsch ich mir!

Clear Skies
Matthias


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